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Die Geschichte der Band

 

Lieber Surfer im Internet, der du dich auf diese Seiten verirrt hast:

Ich weiß, dass lange Texte äußerst unbeliebt sind und daher meist weggeklickt werden.
Dennoch komme ich nicht umhin, hier einige Zeilen niederzuschreiben um den Aufstieg und
Niedergang dieser Band darzustellen.

Also:
Es begann alles damit das ein gewisser Axel, seines Zeichens damals Lehrling, sich in seiner
Freizeit mit Vorliebe in einem Jugendklub namens "Exlibris" herumtrieb.
Dort nun wiederum probte außerhalb der Öffnungszeiten eine Band.
Das fand Axel sehr faszinierend und insbesondere der Schlagzeuger und sein Instrument
hatten es ihm angetan, so dass er sich auch solch ein Teil (gebraucht natürlich, der Geldbeutel
war schmal) zulegte.

Nach einiger Zeit begab es sich, dass auch andere am Musikmachen gefallen fanden und so
wurde beschlossen, dieses doch gemeinsam zu tun.
So waren es vorerst besagter Axel, eine Heidrun und der Peter † die im Exlibris sich zu
gemeinsamen Proben trafen.
Unterstützt wurden sie dabei tatkräftig vom Klubchef Ronald, der ihnen ermöglichte, ihre
Instrumente unterzustellen und den Klub als Probenraum zu nutzen.
Nach sehr kurzer Zeit kam noch ein dritter Mann hinzu, den der Axel aus seinem Lehrbetrieb kannte.
Dieser, Jacky genannt, kam als Gittarrist in die Band.
Kurz darauf wurde noch ein Gittarist und Sänger, namens Kalli, mit aufgenommen.
Damit war die erste Besetzung der Band komplett.
  • Heidrun - Gesang
  • Kalli - Gesang / Gittare
  • Jacky - Gittare
  • Peter † - Bass
  • Axel - Schlagzeug

Für kurze Zeit war noch ein dritter Gittarist mit von der Partie. Er wurde von allen "Gipskopf" gerufen.
Eigentlich hieß er Tomas, aber er hatte nun einmal solch einen Spitznamen.

Nun, man schrieb übrigens den Herbst des Jahres 1982, wurde munter drauf los geprobt !
Der Enthusiasmus zeigte sich inbesondere darin, dass am Sonntag bereits um 8:00 Uhr angefangen
wurde zu proben !!!
Das war so manches Mal nicht ganz leicht, da die Bandmitglieder ja am Abend vorher meist
im Exlibris zu Feiern pflegten.
Aber immerhin kamen alsbald die ersten eigenen Musikstücke dabei heraus.
Einfach Titel nachzuspielen kam den Leuten nicht in den Sinn, da man selbst auch kreativ sein wollte.

Anfang 1983 wurde der Bassist aus der Band, der dritte Gittarist war schon fort, entlassen
und die Sängerin folgte kurz darauf.
Nun stand man also zu dritt da. Aber weitergemacht wurde dennoch.
Der allererste Auftritt fand dann im Frühjahr 1983 in der Mensa der Sportschule in Magdeburg statt.
Bei den Sportschülern kam man sehr gut an. Das Programm bestand zwar nur aus wenigen Titeln,
so dass auch nur etwa eine halbe Stunde gespielt wurde, aber es mussten 4 Zugaben gegeben werden !
Insbesondere der Titel "Susannchen" fand allgemein besonderen Anklang.

Im Sommer 1983 kam dann Mühle † (Stefan) zur Band und übernahm den Part des Bassisten.
Außerdem kam noch Detlef als Techniker hinzu.
Damit war dann die Stammbesetzung komplett.

  • Kalli - Gesang / Gittare
  • Jacky - Gittare
  • Mühle † - Bass
  • Axel - Schlagzeug
  • Detlef - Technik

Hinzuzufügen bleibt noch, dass auch verschiedene andere Leute sich um die Band bemühten.
So zum Beispiel hatten wir einen Fahrer (Frank) mit einem alten "Moskvich",
und auch andere Freunde halfen hier und da (Jörg, Reiner).

Nun wurden fleißig neue Titel geprobt und es nahte der erste Auftritt im Exlibris. Dafür wurden sogar extra
Einladungskarten gedruckt !

Auch dieser Auftritt war ein voller Erfolg ! Einige Bilder auf dieser Webseite sind übrigens bei diesem Ereignis
entstanden.

Das nächste große Highlight war dann die Einstufung der Band.
Für nicht ganz so Kundige sei gesagt, dass so etwas eine Pflichtübung für "Tanzmusiker" in der DDR war.
Man spielte vor einer Kommission und diese befand dann, ob man würdig war vor Publikum zu spielen,
entschied über eine Einstufung (daraus resultierend auch wieviel die Band verdienen durfte) und vor allem
ob das Liedgut auch auf "Linie" war.
Zur Vorbereitung wurde sogar vom Klubchef Ronald ein Mentor verpflichtet. Er hörte auf den Namen Helmut
und erwies sich als trink und feierfreudiger Geselle. Allerdings war er bei den Proben unerbittlich und übte
gnadenlos Kritik.
Bei der Einstufung 1984 im Magdeburger "Talente" erreichte die Band eine "Mittelstufe" und bekam ihre
Spielerlaubnis.

Diese Leistung wurde natürlich anschließend im Exlibris bis in die frühen Morgenstunden ausgiebig gefeiert.

In der Folgezeit gab es viele Auftritte der Band in Magdeburger Jugendklubs und auch auf Dörfern rings um die Stadt.
Bei einem dieser Auftritte, es war im berühmten "IMPRO",
lernten die Musiker einen Gittaristen (Mario) kennen der dann auch mit in die Band integriert wurde.
Er hatte Beziehungen und vor allem auch Geld, so dass man einiges an Verstärkertechnik einkaufen konnte.
Allerdings gab es nur einen gemeinsamen Auftritt im AMO mit ihm

1984 gab es eine Auszeichnung, nebst Geldprämie vom "Rat des Stadbezirkes", für die Band.
Diese ist vor allem auf die Fürsprache von Ronald sowie einem Auftritt zur
Volkskammerwahl zurückzuführen gewesen.
Der Auftritt war doch recht bemerkenswert ! Die Wahl fand im Mai bei ziemlichem Mistwetter statt.
Die Band wurde mit einem großen Linienbus abgeholt, spielte wegen des Wetters keine einzige Note
(Open Air war geplant), wurde gut bezahlt und verpflegt und anschließend wieder mit dem Bus zurückgefahren !

Ein weiterer Höhepunkt war ein Auftritt auf einem Fahrgastschiff der "Weißen Flotte" anlässlich einer
vom Exlibris veranstalteten Fahrt auf der Elbe.
Es war zwar sehr eng und klein alles, aber einige Leute schwärmten noch Jahrzehnte später von diesem
Ereignis und der tollen Musik.

Mitte 1985 verließ Kalli dann die Band, um sich anderswo zu verwirklichen.
So entstand eine kleine Pause bis ein neuer Sänger gefunden war.
Lahmi (Torsten) wurde dann der Neue in der Band.
Kurz darauf wurde noch ein Gittarist mit hinzugenommen der widerum Staatsi gerufen wurde.

Somit ergab sich folgendes Bild:

  • Lahmi - Gesang
  • Jacky - Gittare
  • Mühle - Bass
  • Axel - Schlagzeug
  • Staatsi - Gittare
  • Detlef - Technik

In dieser Besetzung gab es dann weitere Auftritte.

Im Mai 1986 musste Jacky dann seinen Dienst bei der "Nationalen Volksarmee" antreten und somit
auch für einige Zeit die Band verlassen.
Für ihn kam Jens, der auch gleich noch einen Techniker (Blümchen) mitbrachte.
Detlef verließ um diese Zeit dann auch die Band.

Leider erwies sich die neue Besetzung nicht als Glücksgriff
(es war auch kein Foto aus dieser Zeit aufzutreiben).
Zwar folgte die Periode mit den meisten Auftritten, aber es entstand kein einziger neuer Titel mehr.
Dafür wurde auf Initiative der "Neuen" damit begonnen, Musik bekannter Bands nachzuspielen,
die auch noch neben dem Musikgeschmack der "Alten" lagen.
Zwischenzeitlich stand noch die zweite Einstufung an, die mit dem Prädikat "Oberstufe" gemeistert wurde.

Als Jacky schließlich von seinem Armeedienst zurückkehrte war er nur noch kurzzeitig mit von
der Partie, da er sich das Nachgespiele nicht antun wollte und folgte dem Ruf einer anderen Band.

So wurde bis Mitte 1989 weitergemacht und mit der Wende kam dann das endgültige Aus für "STREITBAR".

Und heute ? Was ist aus den Leuten geworden ?

Jacky und Axel machen immer noch gemeinsam Musik. Das sogar recht erfolgreich in einer Band namens

rulo.

Kalli hat in verschiedenen Bands mitgewirkt und ist heute meines Wissens nach in einer Bar beschäftigt.
Unsere beiden Bassisten sind leider sehr früh verstorben. Peter bereits 1985 und Mühle 2002.
Heidrun nennt einen Frisörsalon in Magdeburg ihr eigen und verschönt die Leute.
Detlef arbeitet im Theater Magdeburg und ist nebenher als Trainer in einem Fitneßstudio beschäftigt.
Ronald ist Lehrer und Schuldirektor.
Gipskopf hat eine kleine Kurierfirma in Hildesheim und macht auch immer noch Musik in einer Bluesband.
Von Lahmi und Staatsi habe ich seit 1990 nichts mehr gehört.
Jens und Blümchen betreiben gemeinsam eine Immobilienfirma.

Ja, das war mein kleiner Exkurs in die Vergangenheit.
Falls jemand sich an die Band erinnern sollte, und vielleicht aus dieser Zeit noch Material besitzt, so schreibt
einfach eine Mail an mich. Ich würde mich darüber freuen.

Axel Bach, Juni 2004